Fischzellkultur statt Tierversuche: Workshop in der Akademie für Tierschutz

Aktuelle EU-Statistiken zeigen eine bemerkenswerte Zahl: 35 % aller Tiere, die für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt werden, sind Fische – insgesamt mehr als 2,7 Millionen pro Jahr. Diese Zahl macht deutlich, wie groß das Potenzial ist, alternative Methoden zu entwickeln und damit die EU-Ziele zur Reduktion von Tierversuchen weiter voranzutreiben.

23. April 2026

Ein vielversprechender Ansatz liegt in sogenannten zellbasierten Methoden. Dabei werden nicht mehr ganze Tiere für Experimente verwendet, sondern isolierte Zellen im Labor kultiviert und untersucht. Solche Verfahren gelten zunehmend als neuer „Goldstandard“, da sie nicht nur ethische Vorteile bieten, sondern oft auch präzisere und besser kontrollierbare Ergebnisse ermöglichen – etwa in der Ökotoxikologie, der Veterinärmedizin oder im Artenschutz.

Allerdings bringt die Umsetzung dieser Methoden auch Herausforderungen mit sich. Fische zählen zu den vielfältigsten Tiergruppen überhaupt, und diese biologische Vielfalt spiegelt sich auch in den Anforderungen an ihre Zellkulturen wider. So unterscheiden sich beispielsweise die Bedingungen für Zelllinien von Warmwasser- und Kaltwasserarten erheblich, was spezifisches Fachwissen und Erfahrung erfordert.

Um genau dieses Wissen zu vermitteln und den Umstieg auf tierfreie Methoden zu fördern, veranstaltet der Deutsche Tierschutzbund e.V. gemeinsam mit der Arbeitsgruppe für Fischwachstumsphysiologie des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) einen praxisorientierten Labor-Workshop. Ziel ist es, Forschenden und Fachleuten die Grundlagen der Fischzellkultur näherzubringen und ihnen das nötige Vertrauen in diese innovativen Methoden zu geben.

Die Initiative zeigt: Der Wandel hin zu moderner, tierfreier Forschung ist nicht nur möglich, sondern bereits in vollem Gange. Mit gezielter Weiterbildung und interdisziplinärer Zusammenarbeit können zellbasierte Ansätze künftig einen wichtigen Beitrag leisten – für bessere Wissenschaft und mehr Tierschutz gleichermaßen.

Jetzt anmelden

Workshop Infos

(PDF, 192,18 KB)