Fakten
Informationen zur Gründung, den beteiligten Mitgliedern und dem Stiftungsvolumen
Angeregt durch die Initiative des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurde am 21. März 1986 die Stiftung zur Förderung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (Stiftung set) gegründet. Als damals revolutionäre Neuerung vereint sie die Vertreter und Vertreterinnen unterschiedlicher Interessensverbände, deren Anliegen die Einschränkung und Vermeidung von Tierversuchen ist:
Das Stiftungsvermögen betrug bei der Gründung der Stiftung 1 Million DM und wurde von den beteiligten Industrieverbänden zur Verfügung gestellt. Forschungsprojekte werden aus der Verzinsung des Stiftungsvermögens und mit Hilfe eingehender Spendengelder gefördert. Seit 2010 erhält die Stiftung auch Zuschüsse vom BMELV, jetzt BMEL. Bisher konnten über 70 erfolgreich abgeschlossene Projekte unterstützt werden.
Details über die aktuelle Forschungsförderung und Informationstätigkeit der Stiftung können Sie unseren Tätigkeitsberichten entnehmen.
Das gemeinsame Anliegen ist die Verbesserung, Verringerung und Vermeidung von Tierversuchen. Die Stiftung set leistet konstruktive Zusammenarbeit zwischen Industrie, Tierschutzorganisationen, Wissenschaft und Behörden, um aktiv alternative 3R-Methoden zu fördern. An die unterstützten Forschungsprojekte ist der Anspruch geknüpft, die Zahl und/oder die Belastung der Versuchstiere konsequent und mit möglichst großer Breitenwirkung zu senken. Die Tätigkeit der Stiftung konzentriert sich überwiegend auf drei Schwerpunktbereiche:
Förderung der wissenschaftlichen Kommunikation über den Stand der 3R-Forschung
Förderung von neuen Ersatz- und Ergänzungsmethoden, besonders in den Bereichen, in denen belastende Tierversuche bisher noch durchgeführt werden müssen
Förderung von Maßnahmen, die – wie die Anwendung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden in der Ausbildung – zu einer breiten Anwendung in der wissenschaftlichen Forschung beitragen
Die Stiftung set möchte darüber hinaus die Chancen, die 3R-Methoden im wissenschaftlichen und industriellen Bereich bieten, in einem möglichst großen Kreis potenzieller Anwender etablieren. Aus diesem Grunde erstreckt sich die Fördertätigkeit nicht nur auf Forschungsprojekte, sondern auch auf die Unterstützung von Veröffentlichungen, Symposien, Kursen und Workshops.
Großen Wert legen die Vertreter der Stiftung auf einen persönlichen, unbürokratischen Bezug zu den Antragstellern und deren Projekten. Im Mittelpunkt der Stiftungstätigkeit steht die möglichst rasche und erfolgreiche Etablierung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden – also Effizienz statt verwaltungstechnischer Hürden.
Organisation
Organe und Aufbau der Stiftung set
Stiftungsrat
Der Stiftungsrat leitet die Stiftung und entscheidet über die Förderungsprojekte. Er ist paritätisch mit acht Mitgliedern (je zwei aus den beiden Tierschutzverbänden, je ein Vertreter der vier Industrieverbände) besetzt. Die Vorstände des Stiftungsrats werden gewählt.
Wissenschaftlicher Beirat
Der Wissenschaftliche Beirat berät die Stiftung in wissenschaftlichen Fragen und begutachtet die Anträge auf Forschungsförderung. Arbeiten, die als förderungswürdig erachtet werden, werden dem Stiftungsrat zur Förderung vorgeschlagen. Dem Wissenschaftlichen Beirat gehören Wissenschaftler an, die das Vertrauen von Industrie, Behörden und Tierschutzorganisationen haben. Sie werden vom Kuratorium vorgeschlagen. Je nach Art der beantragten Projekte nehmen weitere, ausgewählte Experten an den Beratungen des Beirates teil.
Kuratorium
Das Kuratorium der Stiftung setzt sich aus Vertretern von Institutionen des öffentlichen Lebens, wie Kirchen, Gewerkschaften, Tierschutzorganisationen, Bundes- und Länderministerien, sowie der Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Aufgabe des Kuratoriums ist es, kritische Fragen zwischen Tierschutz, Wissenschaft und Gesellschaft aufzugreifen, um zu einem Konsens in einer breiten, öffentlichen Diskussion zu gelangen.