Forschungsförderung

Förderspektrum

Projekte und Forschungsrichtungen, die wir unterstützen



Die Stiftung set unterstützt ein breites Spektrum wissenschaftlicher Projekte, die gezielt und nachweisbar einen Beitrag zur Verminderung, Vermeidung oder Verbesserung von Tierversuchen leisten. Dabei bietet die Stiftung eine sinnvolle Ergänzung zur Förderung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden anderer Institutionen. Die Schwerpunkte der Fördertätigkeit sind:

  1. Förderung von Forschungsvorhaben zur Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden
    
Durch die geförderten Projekte sollen neue Alternativmethoden entwickelt oder bereits vorhandene Methoden überprüft werden, die im industriellen und universitären Bereich etablierte Tierversuche verringern oder ablösen können. Auch wissenschaftliche Forschungen, die Alternativen zu gesetzlich vorgeschriebenen Routinetests bieten, können sich als förderungswürdig erweisen. Zu den bisher von der Stiftung set geförderten Projekten zählt z.B. eine Technik zur Herstellung von monoklonalen Antikörpern in Zellkulturen, statt, wie zuvor üblich, durch den Einsatz von Mäusen. In einer weiteren Forschungsarbeit wurde ein humaner Vollbluttest als Ersatz zum Kaninchenversuch entwickelt.


  2. Wissenschaftliche Kommunikation und internationale Aktivitäten mit 3R-Bezug
    
Die Stiftung fördert durch die finanzielle Unterstützung von Veröffentlichungen und Kongressen sowie die Organisation von Kursen und Seminaren den wissenschaftlichen Diskurs und die Verbreitung von Kenntnissen über verfügbare Alternativmethoden und deren Anwendung. Sie will dadurch auch zur Anerkennung von Alternativmethoden durch Behörden und internationalen Organisationen beitragen. Mit der Zeitschrift ALTEX fördert die Stiftung set eines der führenden Publikationsorgane in der Berichterstattung über Forschungsergebnisse im Bereich Alternativmethoden.


  3. Aus- und Fortbildung
    Um Alternativmethoden vermehrt in der wissenschaftlichen Ausbildung zu etablieren, fördert die Stiftung set Ausbildungskurse für Nachwuchswissenschaftler. Ein Beispiel ist die Vermittlung einer Methode zur Wirksamkeitsüberprüfung von Psychopharmaka: Waren hier bisher äußerst belastende Untersuchungen bei Katzen und Affen notwendig, besteht nun die Möglichkeit, deren Wirksamkeit an Gewebeschnitten von Rattenhirnen zu untersuchen. Die hierfür erforderlich spezielle Hirnschnitt-Technik wurde mit Unterstützung der Stiftung am Lehrlabor von Prof. Haas, Düsseldorf, interessierten Wissenschaftlern in Lehrgängen zugänglich gemacht.

Richtlinien & Kriterien

Kriterien, die Ihr Forschungsprojekt erfüllen sollte


Die Stiftung set fördert vor allem kleinere und mittelgroße Forschungsprojekte, die mit „Mut zur Lücke“ nicht zu den wissenschaftlichen Forschungsansätzen gehören, die von anderen Einrichtungen unterstützt werden. Auf diese Weise soll eine sinnvolle Ergänzung zur öffentlichen Forschungsförderung sowie zur Arbeit von Industrie und Tierschutzorganisationen geschaffen werden. Geeignete Forschungsprojekte werden von der Stiftung set entweder ganz oder teilweise finanziert bzw. an hierfür in Betracht kommende Fördereinrichtungen weitervermittelt.

Der Wissenschaftliche Beirat evaluiert neue Förderprojekte mit großer Sorgfalt im Sinne der Richtlinien und der Satzung der Stiftung set. Bei Auswahl und Betreuung der Projekte steht bei uns nicht Bürokratie im Vordergrund, sondern das Bestreben nach einer produktiven, pragmatischen und unkomplizierten Zusammenarbeit. Damit wir eine objektive Auswahl aller eingehenden Forschungsgesuche vornehmen können, sollte Ihr Projekt nachvollziehbar beschrieben und begründet werden sowie die folgenden Kriterien erfüllen:

  • 3R-Relevanz: Ein Projektvorschlag muss die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden, die Verminderung der Anzahl oder der geringeren Belastung von Versuchstieren zum Inhalt haben

  • Qualifikationen: Der Antragsteller muss die erforderlichen Qualifikationen und Erfahrungen auf dem Gebiet des Forschungsvorhabens besitzen

  • Ressourcen: Die erforderlichen Kapazitäten, insbesondere notwendige Laboreinrichtungen zur Durchführung des beantragten Projektes, müssen zur Verfügung stehen


Bei Projektende muss ein Abschlußbericht vorgelegt und ggf. während des Projekts die Stiftung set durch Zwischenberichte informiert werden. Da sich die Stiftung set um wissenschaftlichen Austausch und interdisziplinäre Vernetzung bemüht, ist zu einem späteren Zeitpunkt über die Verbreitung oder Umsetzung der Ergebnisse der Forschungsarbeit zu berichten.

Ein Antrag an die Stiftung set muss alle geforderten Angaben von der Anleitung enthalten. Alle Kosten werden als IST-Kosten abgerechnet. Investitionskosten sowie Overhead werden von der Stiftung set nicht übernommen. (Bitte beachten Sie beim beantragten Projektumfang, dass uns in Summe max. 300.000 € zur Verfügung stehen, wovon wir möglichst 2-4 Projekte fördern möchten.) Es gibt keine Vorgabe für die Projektdauer.