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Publikation zum Teratom-Test in der Stammzellforschung

Reconsidering pluripotency tests: Do we still need teratoma assays?

Embryonale und induzierte Stammzellen gelten als Hoffnungsträger im Bereich der Forschung und für die Entwicklung von Therapien gegen Krankheiten wie Diabetes und Krebs. Die notwendige Pluripotenz der Stammzellen, also die Fähigkeit, sich in Zellen aller drei Keimblätter und der Keimbahn weiterzuentwickeln, muss vor einer weiteren Verwendung der Stammzellen nachgewiesen werden.

Was weithin nicht bekannt ist: Bei der am häufigsten dafür verwendeten Methode handelt es sich um einen Tierversuch. Beim sogenannten  Teratom-Test werden die zu überprüfenden Zellen unter die Haut von Mäusen injiziert. Bildet sich dort ein Teratom, also ein spezieller Tumor, in dem sich Zelltypen aller drei Keimblätter nachweisen lassen, gelten die Zellen als weitgehend pluripotent. Die Tumorbildung ist für die Tiere mit großem Leid verbunden. Zudem werden für den Teratom-Test meist spezielle immun-defiziente Mäusestämme eingesetzt, die anfälliger für Krankheitserreger sind und unter absolut sterilen Bedingungen gehalten werden müssen. Diese Tiere leiden also meist schon vor dem Beginn des eigentlichen Versuchs. Am Ende der Versuche werden die Tiere getötet.

 

In einem von der Stiftung set organisierten internationalen Workshop wurden im Jahr 2010 Wege aufgezeigt, hier auf den Einsatz von Tieren zukünftig ganz zu verzichten oder in einem ersten Schritt zumindest das Leid der verwendeten Tiere zu reduzieren. Die Ergebnisse dieses Workshops wurden nun bei "Stem Cell Research (Elsevier)" publiziert, die pdf-Datei kann hier heruntergeladen werden.